Die Geschichte Kitzbühels

Die Skigeschichte Kitzbühels

Bronzezeit

Die ersten umfassenden Spuren menschlicher Tätigkeit im Kitzbüheler Raum führen in die späte Bronzezeit (ca. Mitte 13. - Mitte 8. Jh. vor Christus) zurück. Dem Alpenraum kommt in dieser Zeit aufgrund seiner Vorkommen an Kupfer, dem wichtigsten Rohstoff für die Bronzegewinnung, Bedeutung zu.

In der Region um Kitzbühel befinden sich gleich mehrere solcher bronzezeitlicher Abbaustellen, unter denen die nur wenige Kilometer südlich der heutigen Stadt gelegene Kelchalpe auf etwa 1500 bis 1800 m Seehoehe eine hervorragende Stellung einnimmt. Die dort in den Jahren vor und nach dem zweiten Weltkrieg durchgeführten Ausgrabungen förderten ein Bergbauzentrum der späten Bronzezeit mit der Blüte um ca. 1000 v. Chr. zu Tage, dessen Relikte die Kenntnis von den urzeitlichen Abbaumethoden ganz wesentlich vertieften.

Nachdem Kaiser Augustus etwa 800 Jahre später, in der Zeit um Christi Geburt die Grenzen des römischen Reiches über die Alpen hinaus nach Norden vorgeschoben hatte, kamen römische Soldaten, römische Familien, Beamte und Handwerker in das Land, die die unterworfenen Völker das römische Wesen und ihre Sprache lehrten.

6. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts nach Christi drangen nach dem Verfall des weströmischen Reiches die Bauwaren vom Alpenvorland aus in die Kitzbüheler-Alpen ein. Noch heute erkennt man die Ähnlichkeit des hiesigen Menschenschlages in Mundart und Bauweise mit den Bewohnern Bayerns. Das Gebiet um Kitzbühel verblieb dann nahezu 1000 Jahre bei Bayern.

12. Jahrhundert

Mitte des 12. Jahrhunderts übernahmen die Grafen von Falkenstein die Grafschaft im Leukental, bis schließlich unter der Herrschaft der bayerischen Herzöge im Jahre 1165 zum ersten Mal in einer Chiemseer Urkunde der Name Chizbuhel aufscheint. Die Bezeichnung Chizbuhel ist eine Verschmelzung des Eigennamens "Chizzo" mit der Charakterisierung seiner Lage auf dem "Bühel".

Am 6. Juni 1271 verlieh Herzog Ludwig II dem Ort die Rechte der Stadt München, wonach Kitzbühel seit diesem Datum Stadt ist. Zwar wurde sie zu Beginn zum Schutze ummauert, da Kitzbühel jedoch Zeit seines Bestehens von kriegerischen Ereignissen verschont geblieben war und um 1450 bis in die Mitte des 17. Jh. die Hochblüte des Kitzbüheler Bergbaues stattfand, setzte eine rege Bautätigkeit ein und so wurde der Wert der wehrhaften Untermauerung des Ortes in Frage gestellt. Man trug die Mauern bis auf Erdgeschoßhöhe ab und setzte darauf die Außenfronten der Wohnhäuser.

Handels- und Marktplatz

Im Spannungsfeld der Kriege wurde Kitzbühel mit der Zeit - durch die Gunst der Landesherren gefördert - ein beachtlicher Handels- und Marktplatz. Es konnte sich durchaus ein reger Saumverkehr über den Felbertauern - Pass Thurn und Kitzbühel zum Chiemgau abspielen, was den starken Fuhrwerksverkehr mit der damit verbundenen zahlreichen Pferdehaltung erklären würde. Durch die Heirat Margarete Maultaschs mit dem Bayernherzog Ludwig dem Brandenburger im Jahre 1342 wurde Kitzbühel zum ersten Mal mit Tirol vereinigt, doch Margarete verzichtete nach dem Tode Ludwigs und nach dem sechsjährigen Krieg zwischen Bayern und Österreich auf Tirol.

Kaiser Maximilian

In Österreich war es Kaiser Maximilian, der Anfang des 16. Jahrhunderts Kitzbühel und die Festung Kufstein eroberte. So kamen die beiden Herrschaften zusammen mit Rattenberg durch den Beschluss des Reichstages zu Köln am 30. Juni 1504 wieder zu Tirol.

Nachdem Maximilian Kitzbühel verpfändet, Ende des 16. Jahrhunderts Kaspar Freiherr von Wolkenstein und Sigmund von Lamberg die Stadt geerbt und im 17. Jahrhundert Graf Franz Anton Lamberg die Herrschaft für sich allein beansprucht hatte, blieb das Patrionalsgericht von Kitzbühel bis zum Jahre 1840 unter dem Grafen Lamberg. Die feierliche Übergabe an den Staat erfolgte am 1. Mai desselben Jahres. Kitzbühel erlebte die kriegerischen Verwicklungen des 18. und 19. Jahrhunderts nur am Rande mit. Seine Bewohner beteiligten sich jedoch sowohl an den harten Befreiungskämpfen, nachdem der bayrische Kurfürst Max Emanuel im Verlaufe des spanischen Erbfolgekrieges in Tirol eingefallen war, als auch unter Kaiserin Maria Theresia wiederum gegen Bayern. Darauf mussten sich die Kitzbüheler gegen die Truppen des französischen Generals Lefebvre verteidigen.

Franz II trat im Frieden von Pressburg Tirol an Bayern ab und nach den misslungenen Befreiungskämpfen von 1809 kam Kitzbühel als Teil Tirols wiederum zu Bayern. Erst nach dem Sturz Napoleons wurde auf dem Wiener Kongress Tirol wieder mit Österreich vereinigt.

Das Ende des Krieges

Nach der Beendigung des Krieges mit Italien und Preußen ordnete Kaiser Franz Joseph die damals unklaren Verfassungsverhältnisse, was einen Aufschwung in Wirtschaft und Industrie bedeutete. Kitzbühel lag nach dem Ersten Weltkrieg auch im Zweiten Weltkrieg abseits aller Kriegshandlungen und Verwüstungen, ein Glück, das diese Stadt nun schon seit Ihrer Gründung genießen darf.

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