27.05.2016 | Sport & Freizeit

Tristkogel Challenge – bergauf und bergab aber nie allein!

Die Tristkogel Challenge wurde von Georg Überall im Jahr 2001 zum ersten Mal veranstaltet. 

Eine Kombination aus Mountainbiking, Berglauf und Orientierung, welche in Zweierteams absolviert werden muss. Dies hat zur Folge, dass nicht die Spezialisten der einzelnen Disziplinen das Sagen haben, sondern dass alpine Erfahrung für einen Erfolg unumgänglich ist. 

 

Tag 1 - Orientierungslauf in der Stadt ©Michael Werlberger

Tag 1 – Orientierungslauf in der Stadt ©Michael Werlberger

Die Disziplinen spiegeln jene Sommersportarten wieder, für welche die Kitzbüheler Alpen prädestiniert sind. Die Kitzbüheler Südberge mit Wäldern und Almwiesen werden von einem engen Netz aus Wegen, Pfaden und Steigen durchzogen und bieten ideale, variantenreiche Möglichkeiten der Streckenwahl.  

Die Teampräsentation, der Prolog und der Start im historischen Kitzbüheler Stadtzentrum verleihen der Veranstaltung nicht nur eine ganz besondere Atmosphäre, sondern locken auch viele Zuschauer zum Bewerb in die Gamsstadt.  

 

Über Stock und Stein, durch Wasser und manchmal auch über Schnee ©Michael Werlberger

Über Stock und Stein, durch Wasser und manchmal auch über Schnee ©Michael Werlberger

Ambitionierte Hobbysportler und Profis sind über die Distanz von ca. 2.000 Höhenmetern unterwegs. Genau diese Mischung aus Berufsathleten, wie bisher u.a. David Kreiner, Benjamin Karl, Klaus Kröll, Jörg Jaksche, Gerrit Glomser und der einheimischen Elite macht das besondere Flair bei der Tristkogel Challenge aus. 

Gerade der Erfolg und die Beliebtheit der Veranstaltung beruhen vor allem auf der professionellen Abwicklung und der persönlichen Atmosphäre beim Rennen. 

 

Laufen am Lebenberg

Laufend den Lebenberg hinauf ©Michael Werlberger

Alle Mitarbeiter der Tristkogel Challenge sind ehrenamtlich tätig, d.h. es sind am Renntag rund um das OK-Team 130 Mitarbeiter unentgeltlich im Einsatz. Der gesamte Erlös der Veranstaltung kommt Kinderhilfsprojekten bzw. bedürftigen oder in Not geratenen Personen in der näheren Umgebung zugute. 

So nun zu den Gedanken des Erfinders, Georg Überall, der Tristkogel Challenge, welche nun bereits heuer zum 11. Mal (jedes 2. Jahr) stattfindet. Gemeinsam fleißig mit Joe Berger freut es uns, dass ihr noch Zeit gefunden habt ein paar Fragen zu beantworten. Jetzt aber flott! 

 

Deamteam ©Michael Werlberger

Georg, wie kam es zur Tristkogel Challenge?

Der Verein „Sport und Kultur Kitzbühel“ wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen – mit dem Ziel außergewöhnliche Sport- & Kulturveranstaltungen durchzuführen und mit dem (eventuellen) finanziellen Gewinn soziale Projekte zu unterstützen und die Kinder- und Jugendarbeit in verschiedenen Sportdisziplinen zu fördern.

Könnt ihr uns etwas zum Witterungsbeständigen (Orientierungsplan für die Teilnehmer) Papier erzählen?

Die Geschichte ist schnell erzählt. Die Karte wird auf wasserfestes „Papier“ auf Kunststoffbasis gedruckt. 

 

Nur eine von den vielen Kontrollstellen ©Michael Werlberger

Nur eine von den vielen Kontrollstellen ©Michael Werlberger

Wichtig war für euch, dass die Veranstaltung „Nachhaltig“ ist was sind da die einzelnen Punkte dazu?

Eine Sportveranstaltung im alpinen Gelände ist unweigerlich mit Belastungen für die Tier- und Pflanzenwelt verbunden und bringt Abgase Lärm und Müll mit sich. Aus diesem Grund ist es uns wichtig die Mitarbeiter, Teilnehmer und Zuschauer zu sensibilisieren, ohne das Thema „Nachhaltigkeit und Naturschutz“ zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen.

Im Bereich von Wechselzone und Ziel werden beispielsweise nur Mehrweggebinde und kompostierbares Geschirr ausgegeben und es wird ein Mülltrennsystem eingeführt. Wenn jeder seinen Hausverstand gebraucht und sich bemüht, werden die Spuren, die wir unweigerlich hinterlassen, keine allzu großen sein. 

 

Auch mit dem Bike unterwegs ©Michael Werlberger

Auch mit dem Bike unterwegs ©Michael Werlberger

Viele Profisportler sind auch immer wieder mit dabei? Was glaubt ihr, worin liegt der besondere Reiz für die Sportler mitzumachen?

Das Besondere an der Tristkogel Challenge ist, dass die körperliche Fitness alleine nicht ausreicht, um vorne mit zu mischen. Durch das Orientieren im Gelände und die Notwendigkeit, die Leistung als Team zu bringen, kann der Verlauf der Veranstaltung von den Teilnehmern nicht vorgesehen bzw. geplant werden.

Diese Ungewissheit macht sicherlich einen Teil des Reizes der Veranstaltung aus. Dazu kommt, dass beim diesem Rennformat immer wieder ambitionierte Hobbysportler vorne dabei sind, weshalb trotz der Teilnahme von Profisportler immer wieder viele Einheimische am Start sind.

War die Idee vor Jahren die Veranstaltung jedes Jahr durch zuführen?

In den Jahren 2001 bis 2005 wurde die Tristkogel Challenge jährlich ausgetragen. Dieser Intervall bedeutet aber, dass nach dem Aufräumen der vergangenen Veranstaltung schon wieder mit den Planungen und Vorbereitungen für das nächste Jahr begonnen werden muss. Dieses durchgehende „Müssen“ führt unweigerlich zu Abnutzungserscheinungen, weshalb die Veranstaltung auch eine fünfjährige Pause eingelegt hat.

Der im Jahr 2010 eingeführte Zweijahresintervall führt dazu, dass wir als Organisatoren immer wieder erholt und hoch motiviert die nächste Challenge in Angriff nehmen. Es hat sich auch gezeigt, dass von vielen Athleten, die sich intensiv auf diesen einen Bewerb vorbereiten, diese Pause ebenso positiv aufgenommen wird.

 

Wer sein Rad liebt - trägt es ©Michael Werlberger

Wer sein Rad liebt – trägt es ©Michael Werlberger

Ein besonderes Rennen in der Kitzbüheler Innenstadt findet ja vor der eigentlichen Challenge auf den Bergen statt, worum geht es hier?

Am Abend vor der „eigentlichen“ Challenge findet in der Innenstadt ein Orientierungslauf statt, bei dem die Teilnehmer um die Startpositionen für den Samstag kämpfen.

Die Grundidee für diesen Prolog war es, das Teilnehmerfeld schon vor dem eigentlichen Start so auseinanderzuziehen, dass nicht alle Teilnehmer in einer großen Gruppe unterwegs sind und jedes Team selbstständig seine Route wählen muss. Mittlerweile ist dieser publikumswirksame Auftakt zur Tristkogel Challenge mitten in der Kitzbüheler Altstadt ein fixer Bestandteil der Veranstaltung geworden.

 

Immer nur der Karte folgen ©Michael Werlberger

Immer nur der Karte folgen ©Michael Werlberger

Die zu bewältigende Strecke wissen nur 2 Leute, selbst auch schon getestet?

Die Höhenmeter und die Entfernung sind nicht die Schwierigkeit der Tristkogel Challenge, es geht vielmehr darum, in einer Rennsituation die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dieses Erlebnis kann man nicht simulieren, nur am Tag –X im Rahmen des Rennens erleben. Ich (Joe) war in den Anfangsjahren der Veranstaltung selbst als Teilnehmer dabei und Georg wird heuer bei der 11. Tristkogel Challenge wieder selbst an den Start gehen. Dann kennt die Strecke nur einer.  

 

Nur noch wenige Meter bis ins Ziel ©Michael Werlberger

Nur noch wenige Meter bis ins Ziel ©Michael Werlberger

Für die Tristkogel Challenge ist eine gewisse Grundkondition von Nöten, was würdet ihr für ein sinnvolles Training vorschlagen und vor allem wann rechtzeitig damit beginnen?

Ebenso wie die Charaktere der Teilnehmer unterschiedlichster Natur sind, ist auch das optimale Training auf den Körper jedes Athleten individuell abzustimmen.

Grundsätzlich kann aber sagen, dass für diesen Bewerb ein gewisses Maß an Grundlagenausdauer erforderlich ist, welches man nur durch das Training über einen längeren Zeitraum und das Sammeln von Höhenmetern bekommt. Zu Warten bis die Wege im Frühjahr schneefrei sind und dann ein paar Mountainbikeeinheiten im Renntempo zu absolvieren ist sicherlich zu wenig.

Die heurige Wechselzone am Berg hat sich geändert, dass dürft ihr aber schon verraten?

Ja, dürfen wir……Wechselzone wird auf der Auracher Wildalm sein.

 

Es geht auch steil bergab ©Michael Werlberger

Es geht auch steil bergab ©Michael Werlberger

Wie entspannt ihr euch dann nach der Tristkogel Challenge am besten?

Die Entspannung nach der Bewerb besteht für uns darin, dass wir wieder die Freizeit zurückgewinnen, die wir in den Wochen vor der Challenge eigentlich nicht haben. Vor allem wird der Kopf wieder frei und man kann an andere Dinge oder einfach einmal an gar nichts denken. Die „Zeit danach“ ist sicherlich auch eine Entspannung für unser Umfeld, da man mit uns dann wieder über andere bzw. „normale“ Dinge reden kann.

Im Ziel wird gefeiert! ©MichaelWerlberger

Im Ziel wird gefeiert! ©Michael Werlberger

Wir wünschen allen viel Erfolg und vor allem eine unfallfreie Tristkogel Challenge am 05. und 06.06.2020

 

 

Unterkünfte
1 Zimmer, 2 Erwachsene, 0 Kinder