Tradition

Geschichte der Region

Schon vor 3000 Jahren war man in der Region im Bergbau tätig, die Kelchalm Ruinen zeugen von dieser Zeit. Ab dem Mittelalter ließ das alte Wunder des Bergbaues die Stadt Kitzbühel und ihre Umgebung zur Blüte kommen.

Kitzbühels Lage an einem Hügel oberhalb des von Süd nach Nord verlaufenden Kitzbüheler Achentals lässt an längst vergangene Zeiten denken. Zeiten, in denen das flachere Umland unbewohnbares Überschwemmungsgebiet und Wehrhaftigkeit wichtigstes Anforderungsprofil war. Im Mittelalter bildete Kitzbühel mit seinem Umland den südöstlichsten Teil des Herzogtums Bayern, der im Osten, Süden und Westen von fremden Territorien umgeben war.

2021 feiert die Stadt ihr 750 Jahr-Jubiläum. Kitzbühel war zum festen Stützpunkt bayerischer Interessen auf der Nord-Süd Handelsroute geworden. So wurde am 6. Juni 1271 Kitzbühel durch Herzog Ludwig II. dem Strengen von Bayern das Stadtrecht verliehen. Nach erfolgter Stadterhebung dürfte Kitzbühels exponierte Lage auch der Grund gewesen sein, die Stadt mit einer Stadtmauer zu versehen. Kitzbühel wurde erst 1506 Teil von Tirol und Österreich, als der Habsburger Kaiser Maximilian bayerische Erbstreitigkeiten zu seinen Gunsten ausnutzen konnte.

2020 jährt sich der Todestag des Visionärs & Ski-Pioniers Franz Reisch zum 100. Mal – Franz Reisch war es der 1893 mit der Erstbefahrung des Kitzbühler Horns die Ski-Tradition in Kitzbühel begründete. Bereits 2 Jahre später wurden in Kitzbühel die ersten Skirennen abgehalten. Was zum Bau der ersten Personen-Gondelbahn der Hahnenkammbahn 1928 führte und sich in der Gründung des Kitzbüheler Ski Clubs, kurz KSC, dem Ausrichter der alljährlichen Hahnenkammrennen, 1931 resultierte.

Schon vor 3000 Jahren war man in der Region im Bergbau tätig, die Kelchalm Ruinen zeugen von dieser Zeit. Ab dem Mittelalter ließ das alte Wunder des Bergbaues die Stadt Kitzbühel und ihre Umgebung zur Blüte kommen.

Kitzbühels Lage an einem Hügel oberhalb des von Süd nach Nord verlaufenden Kitzbüheler Achentals lässt an längst vergangene Zeiten denken. Zeiten, in denen das flachere Umland unbewohnbares Überschwemmungsgebiet und Wehrhaftigkeit wichtigstes Anforderungsprofil war. Im Mittelalter bildete Kitzbühel mit seinem Umland den südöstlichsten Teil des Herzogtums Bayern, der im Osten, Süden und Westen von fremden Territorien umgeben war.

2021 feiert die Stadt ihr 750 Jahr-Jubiläum. Kitzbühel war zum festen Stützpunkt bayerischer Interessen auf der Nord-Süd Handelsroute geworden. So wurde am 6. Juni 1271 Kitzbühel durch Herzog Ludwig II. dem Strengen von Bayern das Stadtrecht verliehen. Nach erfolgter Stadterhebung dürfte Kitzbühels exponierte Lage auch der Grund gewesen sein, die Stadt mit einer Stadtmauer zu versehen. Kitzbühel wurde erst 1506 Teil von Tirol und Österreich, als der Habsburger Kaiser Maximilian bayerische Erbstreitigkeiten zu seinen Gunsten ausnutzen konnte.

2020 jährt sich der Todestag des Visionärs & Ski-Pioniers Franz Reisch zum 100. Mal – Franz Reisch war es der 1893 mit der Erstbefahrung des Kitzbühler Horns die Ski-Tradition in Kitzbühel begründete. Bereits 2 Jahre später wurden in Kitzbühel die ersten Skirennen abgehalten. Was zum Bau der ersten Personen-Gondelbahn der Hahnenkammbahn 1928 führte und sich in der Gründung des Kitzbüheler Ski Clubs, kurz KSC, dem Ausrichter der alljährlichen Hahnenkammrennen, 1931 resultierte.

So einzigartig der Name, so unterschiedlich sind die Orte der Tourismusregion Kitzbühel. Ob Aurach, Jochberg, Reith oder Kitzbühel – alle 4 Orte erzählen ihre individuelle Geschichte. Entdecken Sie enzigartige Geschichten und Orte in Kitzbühel.

GPX-File Streifzug durch Kitzbühel - 750 Jahre Gamsstadt - DE

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GPX-File Rund um Reith - Das Abenteuer für die ganze Familie - DE

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Museum Kitzbühel

Die Geschichte erleben

Im Südwestturm, dem ältesten, noch existierenden Original-Gemäuern der Stadtbefestigung befindet sich das Museum Kitzbühel, welches die Geschichte der Region von Bronzezeit bis Neuzeit eindrucksvoll darstellt.

www.museum-kitzbuehel.at

Pionier & Visionär

Reisch wurde am 17. Oktober 1863 geboren und sollte später als Schipionier, Visionär, Tourismusfördeer, Bürgermeister, Kaufmann, Hotelier und Familienvater in die Geschichtsbücher der Gamsstadt eingehen. Er verstarb am 06. Jänner 1920 bei einer Schitour am Kitzbüheler Schattberg, wo anlässlich des 100. Todestages ein Materl des Schipioniers von seiner Urenkelin Frau Signe Reisch, ihres Zeichens Präsidentin Kitzbühel Tourismus, enthüllt wurde.
 
Als der ursprünglich aus Kufstein stammende Geschäftsmann Franz Reisch im Jahr 1893 das Schifahren für sich entdeckt, dachte auch ganz sicher niemand daran, dass Reisch damit das Gesicht der Stadt für immer verändern würde. Mit Ehrgeiz, Wagemut und unglaublichem Tatendrang sollte er aber nicht nur seinen eigenen Namen in die Geschichtsbücher schreiben. Dass er dazu sogar Schi aus Norwegen nach Tirol importierte, um ein erstes Schirennen zu veranstalten, ist dabei nur eine Randnotiz.
 
Der Visionär hat Erfolg mit seinen Ideen vom Wintertourismus. Um 1900 baut Franz Reisch den Hornweg auf das Kitzbüheler Horn aus. Dank ihm wird in Kitzbühel begonnen, Curling und Eishockey zu spielen. Er initiiert einige Jahre später auch den Rodel- und Bobsport durch den Bau einer eigenen Bahn. Mit der Jahrhundertwende kommen weitere Schigäste im Winter nach Kitzbühel. Franz Reisch erwirkt und fördert die Errichtung des Grand Hotel im Jahr 1902, sowie eines Bades am Schwarzsee. Zwei Jahre später findet ein erster Wettlauf der Schijugend am Schattberg statt. Die erste größere Sprungschanze wird unter Anleitung von Franz Reisch gebaut, nach Vorbild des damals bereits berühmten Holmenkollen in Norwegen.
 
Auf Vermittlung und Initiative von Franz Reisch finden bald die ersten nationalen und internationalen Schi-Meisterschaften in Kitzbühel statt. Diese Wettläufe kann man mit Fug und Recht als die Vorläufer des 1931 zum ersten Mal stattfindenden, weltberühmten Hahnenkammrennens bezeichnen. Ein Schiereignis der Sonderklasse, das seither Jahr für Jahr ein Millionenpublikum beeindruckt und im Jahr 2020 das 80. Jubiläum feiert.

Die Schaffung eines unnachahmliches Bildes

Der bekannte österreichische Maler und Architekt Alfons Walde wurde durch seine Plakate von idyllischen Winterlandschaften und Wintersportmotiven international bekannt. Seine Bilder prägten Kitzbühel, wie auch Tirol als Ganzes.

Walde wurde am 8. Februar 1891 in Oberndorf geboren. Die Familie übersiedelte 1892 in das benachbarte Kitzbühel, wo Walde sen. Schulleiter war, wo er auch am 11. Dezember 1958 verstarb.

Alfons Walde prägte das Erscheinungsbild Kitzbühels eindrücklich mit seiner Kunst und seinen Visionen. Zwischen 1920 und 1938 inszenierte er mit seinen berühmtgewordenen Wintersport-Plakaten Tirol wie auch Kitzbühel als Wintersport Destination weit über alle Grenzen hinaus. 1933 schuf er die rote Gams und den dazugehörigen Kitzbühel Schriftzug – welche bis heute das touristische Emblem der Gamsstadt bilden und als Wort-Bild-Marke von Kitzbühel Tourismus verwaltet wird. 1950 entstand das legendäre Schischul Plakat der von dort an so genannten Skischule „Rote Teufel“. Das Plakat zierte ein Skilehrer in rotem Pullover in winterlicher Landschaft.

Das heutige Stadtbild der historischen Kitzbüheler Innenstadt, wurde ebenfalls von Walde geprägt, welcher die bis dorthin weiß-grauen Fassaden in die nunmehrige Farbenpracht lenkte und sie damit zum Wahrzeichen Kitzbühels machte.

Im Museum Kitzbühel befindet sich eine große Auswahl seines Schaffens mit über 60 Gemälden und mehr als 100 Grafiken und Zeichnungen.

 

Der schwarze Blitz aus Kitz – Gallionsfigur des Kitzbüheler Wunderteams mit Ernst Hinterseer, Hias Leitner, Christian Pravda (1927-1994), Fritz Huber (1931-2017), und Anderl Molterer.

Den Höhepunkt seiner sportlichen Karriere hatte Toni Sailer bei den Olympischen Winterspielen in Cortina D’Ampezzo 1956. Sailer holte sich in diesem Jahr die „Goldene“ in den Disziplinen Abfahrt, Slalom und Riesenslalom. Nach dem Ende seiner aktiven Sportkarriere und dem Besuch eine Berliner Schauspielschule wirkte Sailer in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen wie „König der silbernen Berge“ oder „Der schwarze Blitz“ mit. Daneben betätigte er sich als Schlagersänger und machte 18 Schallplattenaufnahmen.

Von 1986 bis 2006 war Sailer Rennleiter bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel, aber auch Technischer Direktor der FIS bei diversen internationalen Alpin-Skirennen und zudem Ehrenmitglied verschiedener Sportorganisationen. Sailer leitete über 30 Jahre lang die Kinderskischule der „Roten Teufel“ in Kitzbühel. 1999 wurde Sailer als Österreichs Sportler des Jahrhunderts ausgezeichnet, im April 2009 erhielt er den Schneekristall des Wintersports.

2019 jährte sich der Todestag des Kitzbüheler Skihelden Toni Sailer zum 10. Mal. 

Pionier & Visionär

Reisch wurde am 17. Oktober 1863 geboren und sollte später als Schipionier, Visionär, Tourismusfördeer, Bürgermeister, Kaufmann, Hotelier und Familienvater in die Geschichtsbücher der Gamsstadt eingehen. Er verstarb am 06. Jänner 1920 bei einer Schitour am Kitzbüheler Schattberg, wo anlässlich des 100. Todestages ein Materl des Schipioniers von seiner Urenkelin Frau Signe Reisch, ihres Zeichens Präsidentin Kitzbühel Tourismus, enthüllt wurde.
 
Als der ursprünglich aus Kufstein stammende Geschäftsmann Franz Reisch im Jahr 1893 das Schifahren für sich entdeckt, dachte auch ganz sicher niemand daran, dass Reisch damit das Gesicht der Stadt für immer verändern würde. Mit Ehrgeiz, Wagemut und unglaublichem Tatendrang sollte er aber nicht nur seinen eigenen Namen in die Geschichtsbücher schreiben. Dass er dazu sogar Schi aus Norwegen nach Tirol importierte, um ein erstes Schirennen zu veranstalten, ist dabei nur eine Randnotiz.
 
Der Visionär hat Erfolg mit seinen Ideen vom Wintertourismus. Um 1900 baut Franz Reisch den Hornweg auf das Kitzbüheler Horn aus. Dank ihm wird in Kitzbühel begonnen, Curling und Eishockey zu spielen. Er initiiert einige Jahre später auch den Rodel- und Bobsport durch den Bau einer eigenen Bahn. Mit der Jahrhundertwende kommen weitere Schigäste im Winter nach Kitzbühel. Franz Reisch erwirkt und fördert die Errichtung des Grand Hotel im Jahr 1902, sowie eines Bades am Schwarzsee. Zwei Jahre später findet ein erster Wettlauf der Schijugend am Schattberg statt. Die erste größere Sprungschanze wird unter Anleitung von Franz Reisch gebaut, nach Vorbild des damals bereits berühmten Holmenkollen in Norwegen.
 
Auf Vermittlung und Initiative von Franz Reisch finden bald die ersten nationalen und internationalen Schi-Meisterschaften in Kitzbühel statt. Diese Wettläufe kann man mit Fug und Recht als die Vorläufer des 1931 zum ersten Mal stattfindenden, weltberühmten Hahnenkammrennens bezeichnen. Ein Schiereignis der Sonderklasse, das seither Jahr für Jahr ein Millionenpublikum beeindruckt und im Jahr 2020 das 80. Jubiläum feiert.

Die Schaffung eines unnachahmliches Bildes

Der bekannte österreichische Maler und Architekt Alfons Walde wurde durch seine Plakate von idyllischen Winterlandschaften und Wintersportmotiven international bekannt. Seine Bilder prägten Kitzbühel, wie auch Tirol als Ganzes.

Walde wurde am 8. Februar 1891 in Oberndorf geboren. Die Familie übersiedelte 1892 in das benachbarte Kitzbühel, wo Walde sen. Schulleiter war, wo er auch am 11. Dezember 1958 verstarb.

Alfons Walde prägte das Erscheinungsbild Kitzbühels eindrücklich mit seiner Kunst und seinen Visionen. Zwischen 1920 und 1938 inszenierte er mit seinen berühmtgewordenen Wintersport-Plakaten Tirol wie auch Kitzbühel als Wintersport Destination weit über alle Grenzen hinaus. 1933 schuf er die rote Gams und den dazugehörigen Kitzbühel Schriftzug – welche bis heute das touristische Emblem der Gamsstadt bilden und als Wort-Bild-Marke von Kitzbühel Tourismus verwaltet wird. 1950 entstand das legendäre Schischul Plakat der von dort an so genannten Skischule „Rote Teufel“. Das Plakat zierte ein Skilehrer in rotem Pullover in winterlicher Landschaft.

Das heutige Stadtbild der historischen Kitzbüheler Innenstadt, wurde ebenfalls von Walde geprägt, welcher die bis dorthin weiß-grauen Fassaden in die nunmehrige Farbenpracht lenkte und sie damit zum Wahrzeichen Kitzbühels machte.

Im Museum Kitzbühel befindet sich eine große Auswahl seines Schaffens mit über 60 Gemälden und mehr als 100 Grafiken und Zeichnungen.

 

Der schwarze Blitz aus Kitz – Gallionsfigur des Kitzbüheler Wunderteams mit Ernst Hinterseer, Hias Leitner, Christian Pravda (1927-1994), Fritz Huber (1931-2017), und Anderl Molterer.

Den Höhepunkt seiner sportlichen Karriere hatte Toni Sailer bei den Olympischen Winterspielen in Cortina D’Ampezzo 1956. Sailer holte sich in diesem Jahr die „Goldene“ in den Disziplinen Abfahrt, Slalom und Riesenslalom. Nach dem Ende seiner aktiven Sportkarriere und dem Besuch eine Berliner Schauspielschule wirkte Sailer in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen wie „König der silbernen Berge“ oder „Der schwarze Blitz“ mit. Daneben betätigte er sich als Schlagersänger und machte 18 Schallplattenaufnahmen.

Von 1986 bis 2006 war Sailer Rennleiter bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel, aber auch Technischer Direktor der FIS bei diversen internationalen Alpin-Skirennen und zudem Ehrenmitglied verschiedener Sportorganisationen. Sailer leitete über 30 Jahre lang die Kinderskischule der „Roten Teufel“ in Kitzbühel. 1999 wurde Sailer als Österreichs Sportler des Jahrhunderts ausgezeichnet, im April 2009 erhielt er den Schneekristall des Wintersports.

2019 jährte sich der Todestag des Kitzbüheler Skihelden Toni Sailer zum 10. Mal. 

Bewegte Zeiten

Kitzbühel – eine 750 Jahre junge Stadt

Kitzbühel ist die namensgebende Stadt inmitten der schönen Bergwelt der Kitzbüheler Alpen im Nordosten Tirols. Im Sommer idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wanderungen und Bergtouren liegt sie im Winter inmitten eines riesigen Skigebietes, das mit zahlreichen komfortablen Aufstiegshilfen erschlossen ist. International bekannt ist die Stadt insbesondere als Austragungsort der Hahnenkammrennen, dem alljährlichen Saisonhöhepunkt des Alpinen Skiweltcups. Auf seine Gründung im Jahr 1271 und eine ebenso lange wie abwechslungsreiche Geschichte darf Kitzbühel mit einigem Stolz zurückblicken.

Die im Mittelalter angelegte Altstadt mit ihren spätgotischen Fassaden, gotische Kirchen und barocke Kunstwerke führen die mit dem Bergbau auf Silber und Kupfer verbundene wirtschaftliche und kulturelle Blüte in Früher Neuzeit und Barock eindrucksvoll vor Augen. Sie stehen für eine lange städtische Tradition und ein städtisches Bewusstsein, die in den Alpen kaum sonst wo anzutreffen sind und sehr wesentlich zum unverwechselbaren Charme des 750 Jahre jungen Kitzbühel beitragen.

Krise und Neubeginn im 19. Jahrhundert

Mit dem Niedergang des Bergbaus und dem Erlahmen der barocken Bautätigkeit setzt seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert eine Epoche des wirtschaftlichen Niedergangs ein. Nach der Schließung des „Rerobichl“ im Jahre 1772 bleiben zwar die Bergbaue am Schattberg und Sinwell in unmittelbarer Nähe der Stadt bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bestehen.

Ihre vergleichsweise bescheidenen Dimensionen und ihre zunehmende Unrentabilität führen Laufe des 19. Jahrhunderts im Verein mit den Problemen der traditionellen Landwirtschaft und dem Niedergang des althergebrachten Handwerks zu einer veritablen Krise. Kitzbühel wurde eine bescheidene Landgemeinde, in der nach Berichten von Zeitgenossen Armut keine Ausnahmeerscheinung darstellte. Ein gewisser Aufschwung setzt erst in den letzten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts ein, als Reisende die Schönheit der Landschaft um Kitzbühel entdeckten.

Mit dem 1875 durch den Einsatz des Kitzbüheler Bürgermeisters Josef Pirchl erreichten Anschluss an das österreichische Eisenbahnnetz wurde der Grundstein für die touristische Erschließung der Stadt gelegt. Zwei Jahre später erfolgte die Gründung der örtlichen Alpenvereins-Sektion, mit der die Kitzbüheler Bergwelt einem größeren Publikum zugänglich gemacht wurde.

Erfolgsgeschichte Tourismus

Von größter Bedeutung für den Tourismus und damit den wirtschaftlichen (Wieder-)Aufstieg der Stadt sollte sich die Pionierarbeit von Franz Reisch erweisen, der als Begründer des Skisports in Kitzbühel gelten darf.

Auf seine Initiative gehen die ersten Wintersportaktivitäten in den 90er Jahren des vorvergangenen Jahrhunderts zurück, die sehr bald Gäste aus dem In- und Ausland anlockten. Zur Sommerfrische gesellte sich der Wintersport: Das 1902-1903 erbaute Grandhotel, für lange Zeit erste Adresse der Stadt, öffnete wenige Jahre später auch winters seine Pforten.

In den 1920ern und 1930ern beherbergt Kitzbühel ein internationales, insbesondere englisches Publikum, dessen berühmtester Vertreter der englische Thronfolger und spätere Kurzzeitkönig Edward VIII ist. Diese erste Glanzzeit des internationalen Tourismus findet mit der Machtergreifung der in Kitzbühel überdurchschnittlich zahlreich vertretenen Nationalsozialisten und dem 2. Weltkrieg ein jähes Ende.

Der danach notwendige Neuanfang gewinnt mit dem Wirtschaftswunder der 1950er Jahre eine enorme Dynamik, die sich auf sportlicher Ebene an den Erfolgen des Kitzbüheler „Skiwunderteams“ um den dreifachen Olympiasieger Toni Sailer zeigt. Kitzbühel gewinnt seine Stellung als Tourismusmetropole zurück, als die sie bis heute bekannt ist.

 

Eine alte bayerische Grenzstadt

Kitzbühels Lage an einem Hügel oberhalb des von Süd nach Nord verlaufenden Kitzbüheler Achentals lässt an längst vergangene Zeiten denken. Zeiten, in denen das flachere Umland unbewohnbares Überschwemmungsgebiet und Wehrhaftigkeit wichtigstes Anforderungsprofil war. Im Mittelalter bildete Kitzbühel mit seinem Umland den südöstlichsten Teil des Herzogtums Bayern, der im Osten, Süden und Westen von fremden Territorien umgeben war.

Diese aus bayerischer Sicht sehr exponierte Lage dürfte auch der Grund für die Stadterhebung durch Herzog Ludwig II. im Jahr 1271 sein. Kitzbühel wurde mit einer Stadtmauer versehen und zum festen Stützpunkt bayerischer Interessen. Die Politik der Bayernherzöge zeitigte einigen Erfolg. Kitzbühel wurde erst 1506 Teil von Tirol und Österreich, als der Habsburger Kaiser Maximilian bayerische Erbstreitigkeiten zu seinen Gunsten ausnutzen konnte.

Bergbauzentrum und kulturelle Blüge in Neuzeit und Barock

Noch zur Zeit der bayerischen Herrschaft wurde im Spätmittelalter mit dem Bergbau jener Erwerbszweig erschlossen, dem Kitzbühel seine erste große Blüte verdanken sollte. Am Ende des 15. Jahrhunderts sind Schmelzhütten bezeugt, in denen die Erze weiterverarbeitet werden konnten.

Der wirklich große Boom setzt aber um das Jahr 1540 ein, als die Silber- und Kupfervorkommen des wenige Kilometer nördlich der Stadt gelegenen „Rerobichl“ entdeckt werden. In kürzester Zeit und teilweise ohne Genehmigung wurde eine Vielzahl von Schächten in den Boden getrieben, die Tiefen von bis zu 900 Metern erreichten und lange Zeit als die tiefsten der Welt galten. Der damit verbundene enorme finanzielle Aufwand ließ die Erträge freilich rasch abnehmen.

Der Höhepunkt der Bergbautätigkeit war bereits vor 1600 überschritten. Für die folgende Zeit blieb der Bergbau trotzdem Garant für das wirtschaftliche Wohlergehen der Stadt, dem etwas zeitversetzt eine geistig-kulturelle Blüte folgen sollte. Im Barock wurde Kitzbühel zum Kunstzentrum, das bis ins Salzburgische Pinzgau und Tiroler Inntal ausstrahlte.

Ortstypische Grasberge – Landwirtschafte Grundlage und Kraftplatz

Bereits vor 3000 Jahren war die Region um Kitzbühel auf Grund der geografisch Lage in Mitten der ortstypischen Grasberge besiedelt. Diese Grasberge sind nicht nur signifikant für das Erscheinungsbild Kitzbühels. Die Hochalmen und bis zum Gipfel begrünten Almen sind die Grundlage der in der Region bedeutenden Landwirtschaft, wie auch des Tourismus. So bieten die Grasberge ein einzigartiges Wanderparadies, für eine Bandbreite von Bewegungsformen vom genussvollen Spaziergang, über Panoramawanderungen bis hin zu Trail-Running. Im Winter reicht bereits eine dünne Schneeoberfläche, um die Bretteln die so manchem die Welt bedeuten auszupacken.

Alfons Walde – ein Auge für das Schöne

Alfons Walde (1891-1958) hat mit Gemälden wie „Aufstieg“ und „Auracher Kirchl“ das Bild Tirols als verschneites Bergland geprägt. Auf 250 m² würdigen 60 Gemälde und 100 Grafiken im Museum Kitzbühel sein Wirken. Die Auracher Kirche wird zum Symbolbild für Walde und den touristischen Begriff „Tyrol“. Inmitten der Bauernhäuser erhebt sich der Turm mit der Zwiebelhaube. Zwei Bäuerinnen begegnen sich am Kirchweg. Die gleißende Sonne überspannt die ganze Bildfläche bis hin zu den über der schattigen Waldpartie gelegenen Schneehängen. Idyllisch liegt der Bauernhof eingebettet in das Schneefeld im Hintergrund.

Besonders ansprechend ist aber auch sein von Gustav Klimt und der Auseinandersetzung mit Egon Schiele beeinflusstes Frühwerk, repräsentiert durch einige kleinformatige, annähernd quadratische Bilder wie „Gasslrennen“, „Skifahrerinnen“ und „Skilanglauf“. Die heimische Landschaft mit idyllischen Stimmungsbildern, markante sakrale und profane Gebäude in Kitzbühel, Szenen aus dem religiösen Leben und aus der Sportwelt gehören zu seinen beeindruckenden frühen Motiven.

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