20.07.2021

#LocalHeroes | Barbara und der Alpenblumengarten – Wo die Blumen den „Ton“ angeben

1984 entstand am Kitzbüheler Horn der Alpenblumengarten. Mit viel Liebe zum Detail haben die Eltern von Barbara Schmidt, Eva und Toni Hofer, in Zusammenarbeit mit Kitzbühel Tourismus zuerst den Felsen von der Wiese befreit und anschließend den Alpenblumengarten angelegt. Die Idee zum Alpenblumengarten hatte der damalige Betriebsleiter der Kitzbüheler Hornbahnen. Heute ist die Bergbahn AG Kitzbühel mitverantwortlich für den Alpenblumengarten am Kitzbüheler Horn. Der Alpenblumengarten ist ganz einfach über die Kitzbüheler Hornbahnen zu erreichen.

Barbara Schmidt lebt mit ihrer Familie im elterlichen Bauernhof „Schernfeichten“. Der Garten des gemütlichen über 600 Jahre alten Hofs ist fast so wunderschön und außergewöhnlich wie der Alpenblumengarten am Kitzbüheler Horn. Bei Barbara im Garten findet man neben Enzian, Ringelblumen, Glockenblumen, Weinranken und Rosen auch ganz viele Pfingstrosen.

Den Alpenblumengarten begleite ich schon von Anfang an. Meine Eltern Eva und Toni Hofer waren beim Aufbau mit dabei und ich betreue den Garten heute.

Barbara Schmidt

Im Alpenblumengarten am Kitzbüheler Horn ist Barbara von Mai bis Oktober zu finden.

Die meiste Arbeit im Alpenblumengarten ist wie bei uns zu Hause auch das Jäten

– erklärt uns Barbara.

 

Die im eigenen Glashaus von Barbara und ihrer Mutter Eva gesäten und gezüchteten Pflanzen werden über die Wintermonate hinweg gepflegt, verstupft und umsorgt. In den Sommermonaten werden die Pflanzen sorgfältig im Alpenblumengarten eingepflanzt und mit dem richtigen „Namensschild“ versehen.

Im Alpenblumengarten gibt es ca. 400 verschiedene Arten von Blumen, heimische und auch außeralpine.

Barbara Schmidt

Eine der Lieblingsblumen von Barbara im Alpenblumengarten ist der Blaue Mohn – Mekanopsis. Es gibt viele verschiedene Sorten des blauen Mohns. Die Pflanze aus dem Himalaya ist bei uns nicht heimisch, fühlt sich aber trotzdem im Alpenblumengarten sehr wohl. Auch der Mondrautenfarn, eine uralte Pflanze, die auch auf ganz kargen Böden wächst, zählt zu Barbaras Lieblingspflanzen.

 

Neben dem Alpenblumengarten hat Barbara ihre Porzellanwerkstatt aufgebaut, wo sich ihre Liebe zu Blumen, Tradition und Natur widerspiegelt. Angefangen hat alles mit einem Aufenthalt in einer Kunstschule in Südafrika. Hier hat sie ihre Begeisterung für Porzellan und Tonverarbeitung entdeckt. Jahrzehnte später hat Barbara ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und sich eine eigene Werkstatt eingerichtet.

Ich find das eine tolle Abwechslung. Wenn ich keine Geduld mehr habe in der Werkstatt, dann geh ich in den Garten und mach einfach etwas anderes.

Barbara Schmidt

Die Liebe zu den Blumen und dem Alpenblumengarten findet man auch in ihrer Arbeit mit Ton und Porzellan. Blumen aus ihrem Garten presst sie in den nassen Ton und nach dem ersten Brennen werden die eingepressten Blumen nachgemalt. So entstehen immer wieder Unikate.

 

Aber nicht nur Blumen zieren das Geschirr der Porzellanwerkstatt. Auch bunte Schmetterlinge, die Kitzbüheler Häuserzeile, die Hahnenkamm-Gondel und Skifahrer findet man hier auf dem Geschirr. Einzigartig ist die Kurrent-Schrift, die Barbara mit einer Schreibfeder auf ihr Geschirr aufmalt und dann bei über 1.000 Grad brennt. Die Kurrent-Schrift hat sich Barbara selbst beigebracht, wie sie erzählt. Im 600 Jahre alten Bauernhof gibt es noch viele alte Verträge, die in Kurrent-Schrift geschrieben wurden und auch auf Möbelstücken sind Sprüche in der in Vergessenheit geratenen Schrift zu finden – z.B. auf der Innenseite von Kästen. Sprüche in Kurrent-Schrift schmücken heute Becher, Teller und vieles mehr.

Als ehemalige Kitzbüheler Skilehrerin muss man Skifahrergeschirr machen.

Barbara Schmidt

#LocalHeroes aus Kitzbühel

Es sind die Menschen, die Kitzbühel und seine Feriendörfer Reith, Aurach und Jochberg so besonders machen. Genau um diese Persönlichkeiten geht es in unserer „LocalHeroes“ Serie, in der die wahren Helden unserer Region ins Rampenlicht gerückt werden. Sie selbst würden sich nie als Helden bezeichnen, doch das sind sie: Denn nur durch ihre Leidenschaft für das, was sie tun, wird für uns alle das einzigartige Kitzbüheler Lebensgefühl erlebbar.