31.08.2021

#LocalHeroes | Der Schwarzsee in Kitzbühel

Ich liebe die Stille am Morgen – atme tief und ruhig die frische Morgenluft ein. Falls ihr mich noch nicht kennt, ich bin der wärmste Moorsee der Alpen – der Schwarzsee in Kitzbühel. Auf so manchem Magazin durfte ich die Cover-Seite schmücken – da stelle ich sogar den Wilden Kaiser in den Hintergrund. Jedoch will ich behaupten, dass ich eine gute Nachbarschaft pflege. Sicher bin ich gewissen Zeitgenossen etwas neidisch, wie dem Kitzbüheler Horn, das wirklich einen schönen Ausblick genießt. Aber ich mach mir nichts draus, bin ohnehin entspannt. Oft höre ich Leute über mich sagen, ich wäre ein Ruhepol, warmherzig und naturverbunden. Das erfüllt mich immer wieder mit Stolz und lässt mich in den schönsten Farben strahlen. Das Treiben rund um mich hab ich mit viel Aufmerksamkeit verfolgt und noch mehr Geschichten könnte ich euch davon erzählen. Aber lieber konzentriere ich mich wieder auf das Wesentliche und beeindrucke durch meine RUHE.

Der Schwarzsee hat eine Fläche von 16 ha und an der tiefsten Stelle misst der See 7 m. Seinen Namen hat der Schwarzsee durch die Tatsache bekommen, dass es sich bei dem See um einen Moorsee handelt und das Moorwasser auch Schwarzwasser genannt wird. Schwarz ist er deshalb aber nicht, er schillert vielmehr in smaragdgrün.

Zur Entstehung des Schwarzsees gibt es einige Sagen. Richtig aber ist, dass vor über 10.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit der Moorsee entstand. Nachdem mächtige Gletscher abgeschmolzen sind, blieben große isolierte Eisblöcke, genannt Toteis übrig. Sobald die Sedimente um die schmelzenden Toteisblöcke fest genug waren, bildete sich dort der See. Wissenschaftlich gesehen bezeichnet man den Kitzbüheler Schwarzsee als Toteisloch.

Im 16. Jahrhundert wurde das Wasser des Schwarzsees über eine eigens kniffelig gebaute Wasserleitung zum Betrieb der Kupferbergwerke am Rerobichl – nördlich von Kitzbühel – genutzt.  

Bis in die 1890er Jahre wird dem Schwarzsee wenig Beachtung geschenkt. Es wird sogar festgehalten, dass der dunkle Schwarzsee mit seinen Tannen die Aussicht in das schöne Brixental versperrt. Mit den ersten Sommerfrische Gästen wird der Schwarzsee als Badesee entdeckt. Der Schwarzsee hat somit in Kitzbühel quasi die Sommertourismus-Vorreiter-Rolle übernommen.

Anfangs war der Schwarzsee mit seinem Seebetrieb im Privatbesitz. Erst 1944 wurde der See von der Stadtgemeinde Kitzbühel erworben. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude „Stadtbad“ wird 1957 durch die Stadt Kitzbühel auf Pfählen über dem Wasser gebaut.

 

 

Nachdem der Schwarzsee mit seiner wunderschönen Umgebung in den 1890er Jahren als touristische Attraktion entdeckt wurde, ist man zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf die heilende Wirkung des Moors und Moorwassers aufmerksam geworden. Mit einer eigens gebauten Leitung vom Schwarzsee zur Kuranstalt im Ortszentrum von Kitzbühel öffnete man somit den Kurgästen im neuen städtischen Moorbad seine Pforten. Bis vor wenigen Jahren wurden in der Kuranstalt bzw. der heutigen Aquarena noch Moorpackungen angeboten.  

Das Naturschutzgebiet am Schwarzsee erstreckt sich über rund 22 Hektar vom südöstlichen Ende bis zum nördlichen Teil des Sees. Es ist als Lebensraum von nationaler Bedeutung ausgewiesen und in ihm wächst eine Vielzahl seltener Pflanzen. Eine weitere Besonderheit ist die große Biberburg, den sich eine Biberfamilie auf der Nordseite erbaut hat. Der Fußweg, der durch das Naturschutzgebiet führt, geht direkt daran vorbei. Spuren der fleißigen Nager, etwa angenagte Bäume oder Biberdämme, sind überall am See zu finden.

#LocalHeroes aus Kitzbühel

Es sind die Menschen, die Kitzbühel und seine Feriendörfer Reith, Aurach und Jochberg so besonders machen. Genau um diese Persönlichkeiten geht es in unserer „LocalHeroes“ Serie, in der die wahren Helden unserer Region ins Rampenlicht gerückt werden. Sie selbst würden sich nie als Helden bezeichnen, doch das sind sie: Denn nur durch ihre Leidenschaft für das, was sie tun, wird für uns alle das einzigartige Kitzbüheler Lebensgefühl erlebbar.