29.03.2019

Ostern in Kitzbühel – den Traditionen auf der Spur

In Kitzbühel wird Osterbrauchtum Jahr für Jahr gelebt – auch mit den Gästen. Manche Traditionen sind weit bekannt, ein paar finden sich aber nur hier in der Region. Auf jeden Fall können Sie an allen teilhaben – aktiv oder als Zuschauer.

Wenn auf den Bergen der Schnee in der Sonne glitzert, die Luft von Vogelgezwitscher erfüllt ist und die ersten Blumen ihre bunten Köpfe gen Himmel halten, zieht der Lenz im Land ein. Schaut man genau hin, ist auch hier und da ein flinker Schatten mit langen Ohren und einem kleinen Schwänzchen in den Kitzbüheler Gärten beim Umherhuschen zu sehen. Denn mit der aufblühenden Landschaft ist nicht nur der Frühling verbunden, sondern auch das Osterfest. Unter dem Motto „Natur, Tradition und Geschichten“ wird auch heuer wieder in der Gamsstadt die Auferstehung Christi gefeiert. Zahlreiche alte Osterbräuche und Traditionen gehören ebenso zu Kitzbühel, wie die vielen farbenfrohen Ostereier in allen Größen, detailverliebter Blumenschmuck und liebevolle Dekorationen. Und auch die typischen kulinarischen Spezialitäten der Region kommen nicht zu kurz.

Aber warum kommt zu Ostern eigentlich ein Hase? Wieso fliegen die Glocken nach Rom und warum schenken wir bemalte Eier? Grundsätzlich gilt, dass der Tiroler Lebensrhythmus über Jahrhunderte mit dem Lauf des katholischen Kirchenjahres eng verbunden war. Auch wenn diese Bindung heute deutlich lockerer ist, sind viele kirchliche Traditionen nach wie vor im Brauchtum verankert und werden zelebriert. Wir haben uns auf die Spuren einiger regionaler Ostertraditionen begeben, die Sie im Zuge Ihres Urlaubs in Kitzbühel erleben können (die genauen Veranstaltungstermine finden Sie unten).

 

Ostern in Kitzbühel: Bunte Bäume und verschneite Bergspitzen © alpinguin

Ostern in Kitzbühel: Bunte Bäume und verschneite Bergspitzen © alpinguin

Mysterium Osterhase

Wie der herzige Löffler zu seinem Job als Eierausträger gekommen ist, konnte noch nicht restlos geklärt werden. Auf jeden Fall dient der Hase – ebenso wie das Ei – seit jeher als Symbol der Fruchtbarkeit. Erste schriftliche Aufzeichnungen zum Osterhasen, der Eier bringt und versteckt, gehen ins 17. Jahrhundert zurück. Damals wurde es üblich, für die Kinder Ostereier zu verstecken. Da die Erwachsenen nicht zugeben wollten, dass sie dahinter steckten, kam bald der Hase ins Spiel. In Kitzbühel fahren die Osterhasen am Ostersonntag übrigens feierlich mit der Kutsche ein und geben den Startschuss zur Ostereiersuche.

 

Hase und Eier – Symbole der Fruchtbarkeit ©Michael Werlberger | Kitzbühel Tourismus

Hase und Eier – Symbole der Fruchtbarkeit ©Michael Werlberger | Kitzbühel Tourismus

Kein Ostern ohne Eier

Ob aus Schokolade, Marzipan, Holz oder frisch vom Huhn – die Eier spielen zu Ostern eine der Hauptrollen. Der Brauch ist nicht nur in Kitzbühel, sondern im ganzen Land weit verbreitet. Er ergab sich vor vielen hundert Jahren, als während der Fastenzeit auf Eier verzichtet wurde. Auch wenn sie nicht gegessen worden sind, haben die Hennen fleißig weitergelegt. Am Ende der 40 Tage kam eine große Menge Eier zusammen, die es wieder abzubauen galt. So wurden die Eier verschenkt. Etwa im 16. Jahrhundert entstand der Brauch, die Eier mit Zwiebelschalen zu färben und mit Kräutern zu dekorieren.

In Kitzbühel werden die Ostereier nicht nur zu Dekorationszwecken verwendet oder verspeist, sondern auch im spielerischen „Kampf“ eingesetzt, wenn es wieder heißt „Spitz auf Spitz!“ Wer möchte, kann sich sogar zum Stadtmeister im Eierpecken durchschlagen. Hier wird aber nicht nur gepeckt. Beim Eierschießen in Jochberg dürfen diejenigen, die am Schießstand die größte Treffsicherheit zeigen, zur Belohnung ein paar Eier mit nach Hause nehmen.

 

Eier gibt es in allen Farben und Größen ©Michael Werlberger | Kitzbühel Tourismus

Eier gibt es in allen Farben und Größen ©Michael Werlberger | Kitzbühel Tourismus

Kleine und große Flammen

Die brennende Kerze und das Osterfeuer sind wesentlicher Bestandteil der kirchlichen Feierlichkeiten am Karsamstag. Das Feuer symbolisiert den Sieg des göttlichen Lichts über die dunklen Tage vor Jesu Auferstehung. Dabei durchbricht die Flamme der großen kirchlichen Osterkerze die Finsternis. Während des Gottesdienstes können auch Gläubige das Licht Christi empfangen. Sie entzünden ihre persönlichen Osterkerzen, geben das Feuer weiter und werden somit selbst zu Lichtträgern.

 

Die Osterkerze symbolisiert das Licht über die Dunkelheit © pixabay

Die Osterkerze symbolisiert das Licht über die Dunkelheit © pixabay

Fasten für die Ohren

Fliegende Glocken gibt es natürlich keine, vielmehr verstummen sie. Am Gründonnerstag, dem Tag des letzten Abendmahls und Jesu Gefangennahme, beginnt für die Gläubigen die Trauerzeit: Die Altarkerzen werden gelöscht, die Heiligenfiguren mit schwarzen Tüchern verhängt und die Glocken läuten ein letztes Mal. Ihr Fehlen soll das Fasten für die Ohren symbolisieren. Bis zur feierlichen Auferstehungsfeier am Ostersonntag werden die Gottesdienste mit Ratschen angekündigt.

 

Sind die Glocken in Rom, wird mittels Ratschen zu den Gottesdiensten gerufen © pixabay

Tierisches Gebäck

Vor allem in Anbetracht der 40-tägigen Fastenzeit haben sich zu Ostern gewisse kulinarische Bräuche entwickelt. Eine besondere Stellung haben dabei Brot und Gebäck eingenommen. Das sogenannte Gebildebrot tritt dabei in bemerkenswert vielen Formen in Erscheinung. Nicht nur in Kitzbühel findet sich süßes Gebäck in Tierformen, meist sind es Lämmer, Hennen oder Hasen. Oft bekommen Kinder am Ostersonntag im „Gotlpack“ – einem Geschenkkorb der Paten – Gebildebrote und andere Kleinigkeiten. Diese tierischen Leckereien werden zuvor zusammen mit den Speisen der Osterjause – von Schinken über Eier, Brot bis zu Geselchtem – traditionell in einen schönen Korb gepackt und geweiht.

 

Gebildebrot, wie hier in Lammform, ist fester Bestandteil der Osterjause © alpinguin

Gebildebrot, wie hier in Lammform, ist fester Bestandteil der Osterjause © alpinguin

Geschichte im Kleinformat

Als Pendant zu Weihnachtskrippen wurden im 19. Jahrhundert in Tirol auch Fastenkrippen sehr beliebt. Sie stellen nicht Jesu Geburt in Bethlehem, sondern die wichtigsten Stationen seines Leidensweges dar. Je nach Größe beginnen sie beim Einzug in Jerusalem und enden bei Jesu Tod am Kreuz oder seiner Grablegung. Die schönsten Fastenkrippen Kitzbühels werden jährlich zu Ostern im Café Praxmair ausgestellt.

 

Die Fastenkrippe in der Pfarrkirche Kitzbühel zeigt das Leiden und Sterben Jesu Christi © alpinguin

Die Fastenkrippe in der Pfarrkirche Kitzbühel zeigt das Leiden und Sterben Jesu Christi © alpinguin

Ostern kurz und bündig

Vor lauter süßen Lämmern, bunten Eiern und herzigen Osterhasen tritt manchmal der eigentliche Grund, warum das Osterfest begangen wird, in den Hintergrund. Christen feiern zwischen Palmsonntag und Ostersonntag das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu. Die Namen der einzelnen Festtage gehen großteils auf biblische Geschehnisse oder liturgische Feiern zurück. So erinnert der Palmsonntag an Jesu Einzug in Jerusalem, wo er mit Palmzweigen jubelnd empfangen wurde.

Die anschließende Karwoche beginnt mit dem „blauen Montag“ und dem „blauen Erchtag“ (Dienstag). Diese Namen leiten sich von der Farbe der kirchlichen Messgewänder her, die an diesen Tagen getragen werden. Der Mittwoch wird in Tirol „krummer Mittwoch“ genannt. In der Vorstellung der Bevölkerung wurde Recht gebeugt, also gekrümmt, weil an diesem Tag Jesu Tod beschlossen worden ist.

Es läge nahe, aber der Gründonnerstag hat nichts mit der Farbe zu tun, auch wenn sich die Tradition entwickelt hat, an diesem Tag nur grünes Gemüse zu essen. Ursprünglich kommt „Grün“ vom alten deutschen Wort „greinen“, das so viel wie jammern bedeutet. Karfreitag und Karsamstag bekamen ihre Namen von „Kara“, dem alten Wort für Klage. Überliefert wird, dass Jesu am Karfreitag um 15 Uhr verstorben ist. Aus diesem Grund gilt er auch als strenger Fasttag.

Am Ostersonntag wird schließlich die Auferstehung Christi zelebriert. Nach über 40-tägiger Fastenzeit wird wieder ausgiebig gegessen, das Licht und die Glocken kehren in die Kirche zurück – symbolisch erwacht wieder das Leben. Woher der Name Ostern kommt, ist nicht restlos geklärt. Möglicherweise vom indogermanischen Wort für Morgenröte – eine schöne Vorstellung.

 

Die feierliche Palmweihe am Palmsonntag ©Michael Werlberger | Kitzbühel Tourismus

Die feierliche Palmweihe am Palmsonntag ©Michael Werlberger | Kitzbühel Tourismus

 

Ostern 2020 in Kitzbühel – Gelebte Tradition zum Staunen und Mitmachen für die ganze Familie von 03.-19.04.2020. 

 

 

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