Der Experte für Kitzbüheles Geschichte
Der gebürtige Kitzbüheler Wido Sieberer geht seit mittlerweile 30 Jahren mit viel Herzblut seiner Tätigkeit als Leiter des Museums Kitzbühel nach. Damit zählt er längst zu den prägenden Persönlichkeiten der Kitzbüheler Kulturlandschaft. Auf die Frage nach seinem Lieblingsraum nennt der gelernte Althistoriker und Archäologe den Vortragssaal im obersten Geschoss. Dieser bietet nicht nur eine einzigartige Sicht auf den historischen Dachstuhl, sondern auch einen wunderbaren Ausblick auf die Vorder- und Hinterstadt.

Drei Gebäudeteile, eine lange Geschichte
Das Gebäude des Museums Kitzbühel in der Hinterstadt gilt als eines der ältesten der Gamsstadt und setzt sich aus drei unterschiedlichen Bauteilen zusammen: dem ehemaligen Stadtturm, der einst Teil der Stadtmauer war, dem früheren Getreidekasten sowie dem ehemaligen Forstamt beziehungsweise der Bezirkshauptmannschaft. Die Neuerschließung des zuletzt genannten Gebäudeteils in der Hinterstadt 34 erfolgte mit tatkräftiger Unterstützung des Museum Kitzbühel Fördervereins unter der damaligen Präsidentin Signe Reisch.
Von der Bronzezeit bis ins 20. Jahrhundert
Das Museum beherbergt drei spannende Dauerausstellungen. Die Ausstellung zur Stadtgeschichte Kitzbühels präsentiert zahlreiche Exponate von der Romanik bis ins 20. Jahrhundert und vermittelt eindrucksvoll die Entwicklung des mittelalterlichen und barocken Kitzbühels. Darüber hinaus umfasst sie einen prähistorischen Bereich mit Sammlungen und Objekten aus der Bronzezeit, dem Beginn der Besiedlung des Kitzbüheler Raums.
Eine Dauerausstellung zum Wintersport
Auch dem Wintersport ist eine eigene Dauerausstellung gewidmet. Neben zahlreichen historischen Wintersportgeräten stehen dabei die Erfolge berühmter Kitzbüheler Skirennläufer im Mittelpunkt – darunter das Kitzbüheler Wunderteam sowie Toni Sailers legendäre Triumphe bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina d’Ampezzo. Gleichzeitig beleuchtet die Ausstellung die touristische Entwicklung Kitzbühels hin zu einer international bekannten Wintersportmetropole und einem renommierten Erholungsort.
Die Sammlung Alfons Walde
Mit der Sammlung Alfons Walde ist dem berühmten Kitzbüheler Künstler eine eigene Ausstellung gewidmet. Mehr als 60 Gemälde – darunter Werke wie „Almen im Schnee“, „Auracher Kirchl“ oder „Aufstieg“ – sowie rund 100 Grafiken des international renommierten Malers und Architekten sind hier zu sehen. Mit seinen Darstellungen der heimischen Landschaft prägte Walde das Bild Tirols nachhaltig und beeinflusste damit auch das touristische Symbolbild des Landes und den Begriff „Tyrol“.

Wechselnde Sonderausstellungen mit Kitzbühel-Bezug
Ergänzt werden die Dauerausstellungen durch wechselnde Sonderausstellungen, die mehrmals jährlich neu konzipiert werden. „Es ist eine tolle Herausforderung, sich dieser Aufgabe anzunehmen, Themen zu erarbeiten und anschließend zu präsentieren“, erklärt Wido Sieberer. Gemeinsam haben die Sonderausstellungen vor allem eines: einen klaren Bezug zu Kitzbühel.









